oncgnostics: in zwei Fundingrunden zum Erfolg

Fundingsumme
750.000 €

Anzahl Investoren
530

Ø Investment
1.415

Fundingtyp
Seed Investment

Startdatum
14.12.2017

Enddatum
04.01.2018

Fundingdauer
21 Tage

Fundingschwelle erreicht
2 Std. 27 Min.

Das Unternehmen

Die oncgnostics GmbH, ein Spin-off der Universitäts-Frauenklinik in Jena, ist ein Molekulardiagnostik-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von in-vitro diagnostischen Tests für Krebs spezialisiert hat. Das erste Aktionsfeld des LifeScience-Unternehmens ist die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. 

Produkt

Die oncgnostics GmbH brachte 2015 den Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs GynTect auf den Markt. Damit löst sie das Hauptproblem der bisherigen Diagnosemethoden, welche nicht gut zwischen einer harmlosen Abnormalität, die von allein wieder verschwindet, und einer ernstzunehmenden Gewebeanomalie, die sich zu Krebs entwickeln kann, unterscheiden können. Der molekularbiologische Test ist für genau jene Frauen entwickelt, die sich nach einem auffälligen Pap-Abstrich oder nach dem Nachweis einer Infektion mit HPV die bange Frage stellen müssen: „Bekomme ich oder habe ich Krebs?“. GynTect zeigt zuverlässig, welche dieser Frauen Krebs entwickeln könnten und welche nicht.

Branche & Markt

Innerhalb der LifeScience-Branche bewegt sich oncgnostics auf dem Markt der in-vitro-Diagnostik, bei der aus dem menschlichen Körper stammende Proben in medizinischen Laboren untersucht werden. Mit GynTect adressiert das Molekulardiagnostik-Unternehmen vorwiegend den B2B-Markt. Frauenärzte können den Test empfehlen und einen Abstrich für GynTect entnehmen, Diagnostiklabore führen GynTect durch, und die Frauen selbst können den Test anfordern und ihn in Anspruch nehmen.

Die Seedmatch-Kampagne

oncgnostics wurde bereits zweimal erfolgreich über Seedmatch finanziert. Dank der ersten Kampagne 2016 und den dabei akquirierten 500.000 Euro Kapital konnten der Test GynTect weiterentwickelt und Fundingziele wie der Lizenzverkauf für den Früherkennungstest in China erreicht werden.

In der zweiten Fundingrunde Ende 2017/Anfang 2018 konnte der Finanzierungserfolg sogar noch gesteigert werden – oncgnostics gelang es, innerhalb von nur 21 Tagen 750.000 Euro über die Crowd einzusammeln.

oncgnostics-Geschäftsführerin Dr. Martina Schmitz im Gespräch

Seedmatch: Warum haben Sie sich – gleich zweimal – für Seedmatch entschieden und was haben Sie mit Hilfe des Seedmatch-Kapitals erreicht?

Dr. Martina Schmitz: In 2016 hatten wir bereits ein marktfähiges Produkt. Deswegen und weil wir dachten, dass Gebärmutterhalskrebs ein verständliches Thema ist, das Interesse weckt und mit dem schon viele Personen in Berührung gekommen sind, haben wir uns für die erste Crowdinvesting-Kampagne entschieden. Ein Vorteil von Crowdinvesting über Seedmatch ist, dass wir die Kampagne auf unseren Kapitalbedarf abstimmen konnten – bei anderen Finanzierungsmöglichkeiten ist dieser Spielraum nicht immer gegeben. Zudem bedeutet Seedmatch ja nicht nur Geld, sondern ein Stück weit auch Publicity und Marketing. 

Die zweite Finanzierungsrunde haben wir gemacht, weil die erste einfach blendend funktioniert hat. Wir haben mit dem Kapital aus der ersten Kampagne alle Fundingziele erreicht, die wir vorher versprochen haben, sodass wir in der Hinsicht glaubwürdig waren. Außerdem hätten wir es als eine Art Verrat an den bestehenden Seedmatch-Investoren gesehen, die Plattform für die zweite Kampagne zu wechseln – so hatte es einfach einen roten Faden.

Seedmatch: Hat sich die zweite Kampagne von der ersten unterschieden? Wenn ja, inwiefern?

Dr. Martina Schmitz: Im Rahmen der zweiten Kampagne haben wir den bestehenden Seedmatch-Investoren aus der ersten Fundingrunde ein “Bonbon” mit vergünstigten Konditionen angeboten, weil sie sich ja schon mal für uns entschieden haben. Es gab jedoch auch in der ersten Kampagne eine Besonderheit: Unser Lead-Investor aus unserem bestehenden Investorenkreis hat das Kapital der Crowd verdoppelt und das haben wir während der Kampagne auch klar kommuniziert. Diesen Vorteil hatten wir während des zweiten Fundings nicht. Zudem gab es in der ersten Fundingrunde ein paar Fragen seitens der Investoren, deren Beantwortung viel Zeit in Anspruch genommen hat. Bei der zweiten Kampagne gab es keine Zweifler mehr, die Fragen in die Runde gestreut haben.

Seedmatch: Warum ist Crowdinvesting, Ihrer Meinung nach, auch für Branchen wie LifeScience und Diagnostik interessant? 

Dr. Martina Schmitz: Man darf Diagnostik nicht mit der Pharmabranche vergleichen, wo hohe zweistellige Millionenbeträge eingesammelt werden, bis überhaupt ein Produkt am Markt ist – für uns waren die 1,25 Millionen Euro schon eine Stange Geld. Dann entsteht natürlich auch die Möglichkeit, dem Laien Themen aus LifeScience und Diagnostik verständlich zu machen. Dafür bekommt man dann auch Verständnis – und eben auch Investmentbereitschaft zurück. 

Seedmatch: Was geben Sie anderen Unternehmen mit, die über eine Kampagne bei Seedmatch nachdenken?

Dr. Martina Schmitz: Ich würde den Erfolg einer Crowdinvesting-Kampagne nie von der Branche abhängig machen, sondern vom Kapitalbedarf und davon, inwieweit man in der Lage ist, sein Produkt bzw. sein Geschäftsmodell auch dem Laien verständlich zu erklären.

Seedmatch: Sind Sie rückblickend mit Ihren beiden Seedmatch-Kampagnen und der Zusammenarbeit mit dem Team zufrieden?

Dr. Martina Schmitz: Unsere beiden Kampagnen sind rückblickend sehr gut gelaufen. Man muss auch sagen, dass die Marketing-Tools von Seedmatch durchaus gezogen haben. Vor allem der Newsletter hat immer einen Schub gebracht. Grundsätzlich fanden wir den Ablauf der Kampagnen gut und transparent und waren mit der Zusammenarbeit mit dem Team zufrieden.

 

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